Jun

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Die vorhergesagten Südwestwinde von 4 bis 5 sollten uns an diesem Tage direkt bis an die Südspitze von Wales, nach Milford Haven, bringen. Zudem erklärte der Hafenmeister, dass die irische See bei abnehmenden Winden auch gleich die Wellenhöhe reduziert. Deshalb machten wir uns guten Mutes auf den Weg, hatten jedoch anfänglich sehr wenig Wind, dafür aber von Anfang an eine sehr unangenehme Welle von allen Seiten, die keineswegs ihre Höhe verloren hatte. Am späten Vormittag setzte dann aber der vorhergesagte Wind ein und versprach eine flotte Fahrt nach Wales, zwar hoch am Wind, aber machbar. Dann jedoch, gegen Mittag – der Knall….Ein Wantenspanner war gerissen und im gleichen Augenblick kamen Mast und Segel oberhalb der Saling auf uns und die Swantje herunter. Dieses Getöse versetzte uns einen riesen Schrecken und brachte uns alle in helle Aufregung. Es hieß bei stärker werdendem Wind und der großen Dünung kühlen Kopf zu bewahren und den herumschwingenden, gebrochen Mast samt Segeln, Wanten und sonstigem Zubehör zu sichern und zu bergen.

Eine Weiterfahrt unter Motor in Richtung Wales war bei dieser Dünung nicht möglich, daher steuerten wir vor Welle und Wind Richtung Norden und es bot sich daher als größtmöglicher Hafen für bevorstehende Reparaturarbeiten nur Dun Laoghaire, Dublin an. Mächtig gerupft und einen jämmerlichen Anblick bietend fuhren wir die langen 45 Seemeilen bis in den sicheren Hafen zurück. Für alle entgegenkommenden Schiffe und Menschen im Hafen waren wir die Attraktion! Kaum angelegt kamen schon die ersten Neugierigen und wollten wissen wie so etwas passieren kann.

Mittlerweile wussten wir auch schon die Antwort – kaum zu glauben, aber eine fehlerhafte Schweißnaht hatte der Belastung nicht standgehalten und ihren Dienst quittiert und das verbliebene Metall riss aus. Nach zurückgelegten 1.530 Seemeilen zwingt uns dieser Umstand nun zu einer Pause von voraussichtlich vielen Wochen, da vorhergesagt wurde, dass es sehr lange dauern wird einen passenden Mast aufzutreiben…

Trotz dieser Umstände und des Erlebten geht es der Crew gut und wir stießen auf das Überstehen dieses Abenteuers mehrfach an…