Mai

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Von Hawksbill Cay geht es dann ein wenig weiter nach Süden nach Warderick Wells, ebenfalls im Exuma Land and Sea Park. Hier legen wir uns wie vor ein paar Monaten schon an eine der zugewiesenen Muringbojen.

Von der Terrasse des Parkbüro´s begeistert abermals der grandiose Blick über die Bucht mit seinen unterschiedlichen Farben, den Wassertiefen und dem Sonnenstand geschuldet. Wir nehmen uns vor, in den nächsten Tagen hier ein wenig mehr die Inselwelt zu erwandern.

Bei Niedrigwasser swojen wir bei Ostwind auf eine flache Stelle und liegen für 1 Stunde auf, was aber nicht gefährlich ist, da das Ruder frei bleibt. Einen anderen Segler aber, der neben uns auf Grund läuft, befreien wir aus seiner misslichen Situation, indem wir mit unserem Dinghi seinen Bug in Fahrtrichtung zur Fahrrinne schieben und er dann mit Vollgas von der Sandbank kommt. Wir führen ihn dann durch die Fahrrine bis zu seiner Boje und geben ihm das Muringseil hoch zum Festmachen. Unsere gute Tat für den heutigen Tag.

Der Naturpark von Warderick Wells ist ein kleines Paradies. Doch auch im Paradies gibt es kleine Ar…..cher. In diesem Fall nicht die Schlange mit dem Apfel, sondern die bekannten Plagegeister „Noseeums“. Diese beißenden und Blut saugenden Minifliegen treten in großer Zahl insbesondere bei Schwachwind und Regen bei uns zur Attacke an. Wir können uns auch nicht vor ihnen schützen, da sie durch die Mückengitter durchschlüpfen. Da hilft nur bei Dunkelheit, Licht auszumachen und sich vollständig einzupacken. Bei ca. 30 Grad und kaum einem Luftzug ist das kein Geschenk und man schwitzt wie in einer Sauna. Aber immer noch besser als mit dicken Beulen am nächsten Tag zerbissen herumzulaufen und sich ständig kratzen zu wollen.

Uns wird das Paradies dadurch vergrault und wir ziehen nach 2 Nächten auch wieder von dannen. Zurück geht es nach Hawksbill Cay, wo wir es so schön fanden. Nur einen Tag später segeln wir bei Halbwind und ohne Welle bei 13kn Wind hoch nach Highborne Cay. Mit ständig 7 kn Speed sind wir schnell da. In Lee der Insel, längs einem schönen Sandstrand fällt unser Anker. Dieser Platz wird wohl bevorzugt von größeren Charterluxusyachten besucht. Wir googlen eine dieser 47m langen Motoryachten und erfahren, dass sich dort 10 Mann Besatzung um bis zu 12 Gäste kümmern. Es wird denen ein Whirlpool, ein aufblasbarer Außenschwimmingpool, ein große Wasserrutsche und viele andere Spielsachen, wie z.B. Jetskis geboten. Die zugegeben tollen Suiten an Bord und alle anderen Extras haben aber ihren Preis. Für eine Woche legt man ca. 200.000.-€ auf den Tisch, wenn man so eine Yacht chartern will, zuzüglich Extras versteht sich.

So viel schlechter geht es uns auf der Avalon nun auch nicht und es ist erheblich günstiger.

Für Steffi´s Geschmack geht es bei 20kn Halbwind ungerefft etwas zu schnell über die Bahamabank wieder zurück nach Nassau. Noch einmal liegen wir in der uns bekannten Marina. Die letzten 3 Tage vor der Ankunft der Freunde werden mit etlichen letzten Erledigungen verbracht. Schiff putzen, Wäsche waschen, Auf- und Umräumen damit Platz gemacht wird für das Gepäck der neuen Crew. Am Tag vor der Ankunft von Jens und Uwe mieten wir ein Auto, mit dem wir kurz hinüber nach Paradise Island fahren. Dies ist die Insel welche der Stadt Nassau und auch unserer Marina gegenüber liegt. 2 hohe Brücken spannen sich über den Hafen und schaffen eine Verbindung mit der Insel. Sehen können wir dort aber nicht wirklich was, da alle Straßen an Schranken zu Clubs, großen Hotels oder Luxusvillen enden.

Früh am nächsten Morgen empfangen wir die 2 Reisenden am Flughafen. Die Fahrt zurück zur Marina dauert sehr lange, da in Stadtnähe der Verkehr fast lahm gelegt ist wegen einer Baustelle. Da es aber viel zu erzählen und für die 2 Angekommenen viel zu Bestaunen gibt, ist die Fahrt dennoch nicht langweilig. Anlässlich Steffi´s letzten Abends gehen wir gemeinsam lecker Essen.

Die nächste Fahrt zum Flughafen steht an, um Steffi zu Verabschieden. In 3-4 Wochen werden wir uns wiedersehen.

Bei der Aufräumerei vor einigen Tagen hatte ich alle Sachen unter der Vorderkoje ausgeräumt. Dabei stellten wir mit großem Schrecken fest, dass heftige Risse im Glasfaser am Boden des Rumpfes aufgetreten sind. Ich vermutete, dass dies keine strukturellen Beeinträchtigungen verursacht, sonder lediglich ein Schaden an der Montageplatte für den Wassermacher ist. Bilder davon hatte ich an die Werft geschickt. Heute bekam ich die Bestätigung, dass keine Gefahr besteht. Die fehlerhafte Montage der Bretter hat keine Auswirkungen auf die Statik des Bootes.

Am Abend ihres zweiten Tages auf der Avalon segeln Jens und Uwe auch schon mit mir zu den Abacos. Nachdem wir in Nassau das Boot für die lange Fahrt noch aufproviantiert haben, nutzen wir den Südostwind für die ersten 100Sm bis zu den nördlichsten Inseln der Bahamas. Da die Strecke nicht an einem Tag zu bewältigen ist, machen wir daher gleich eine Nachtfahrt um uns einzugewöhnen. Morgens fahren wir durch den Cut bei Little Harbour und sind schnell vor Lynyard Cay, wo die 2 gleich ins klare Wasser springen. Nach 4 Stunden geht es weiter bis nach Marsh Harbour. Geplant war, dass wir am Folgetag schon starten wollten Richtung Bermuda. Nach Rücksprache mit den Experten bei Wetterwelt, bekamen wir den Rat noch bis Montag abzuwarten, um nicht durch eine Flaute zu motoren, bzw. gegen Wind und Welle anzustampfen.

Also haben wir nun ein paar Tage mehr Zeit uns vorzubereiten und hier die Gegend etwas zu erkunden. Das erste kurze Schlag für uns bis nach Hopetown im Osten. Weil der Hafen und die nähere Umgebung der Insel sehr niedrige Wasserstände hat, müssen wir weit draußen Ankern. Zu dritt sind wir so schwer, dass der tolle neue Motor es nicht schafft das Dinghi mit uns darin zum Gleiten zu bringen. Dann dauert die Überfahrt in den Ort eben etwas länger. Der Ort und vor allem die Atlantikküste östlich des Ortes gefallen uns sehr gut.

Der nächste Schlag führt uns vor dem Wind nach Westen nach Great Guana Cay. Als wir uns der Insel nähern fällt mir ein, dass es dort eine nette Strandbar gibt. Also Ankern wir in der Bucht, wo ich auch schon mit Steffi war. Schnell sind wir mit dem Dinghi an Land und finden 3 leere Barhocker. Das berühmte Getränk hier heißt wie das Lokal Grabbers und hat es in sich. Steffi warnt uns noch, doch wir können ja nicht hören. Nachdem jeder 4 davon intus hat, ist der Rückweg zum Boot ein kleines Abenteuer und das Abendessen fällt aus, da wir sofort in die Kojen fallen.

Relativ früh am Morgen geht der Anker auf und wir segeln hoch am Wind die 9 Seemeilen bis nach Marsh Harbour. Heute am Sonntag hat der Supermarkt bis 16h auf und wir müssen wieder etwas nachbunkern. Danach wird das Dinghi zusammengerollt und an Deck verstaut. Letzte Dinge werden an Bord erledigt, damit morgen nun endlich das Abenteuer Atlantiküberquerung Teil 2 beginnen kann. Wir freuen uns darauf.

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